| Roboter der Spitzenklasse |
Wer bei den Zahlen 80 - 60 - 80 an neue Traummaße denkt, liegt völlig falsch. Vielmehr ging mit dieser Wertung ein Traum in Erfüllung: Den "Premier Prix de challenge", die Trophäe für den ersten Platz, erhielten Schüler der Hölderlin-Realschule Lauffen gemeinsam mit Auszubildenden der Firma Schunk Spann- und Greiftechnik mit dieser Höchstwertung.Teilgenommen hatten sie mit einem selbstgebauten Roboter am internationalen Roboterwettbewerb "Artec 2011", der jetzt in La Ferté-Bernard, der französischen Partnerstadt von Lauffen, stattfand. Spannung Immer noch strahlen sie allesamt vor Stolz: Auf starke Gegner traf man bei den 25 teilnehmenden Teams. Und die Spannung wuchs mit jeder Runde. Dann der Jubel: Die Gruppe aus sechs Achtklässlern der Hölderlin- Realschule Lauffen und drei Auszubildenden im Bereich Elektronik der Firma Schunk machten mit ihrem Roboter "James" endgültig das Rennen. "Der letzte Durchgang war der beste. Alles lief einwandfrei", berichtet der betreuende Techniklehrer Sven Mößner. Die Herausforderung war groß: In drei Runden mussten je vier Aufgaben gelöst werden, bei denen der Roboter durch eine entsprechende Programmierung Schachfiguren in der Größe von etwa 15 Zentimetern Höhe durch Fahren, Heben, Schieben und Ziehen auf zuvor festgelegte Positionen versetzen sollte. Die detaillierten Vorgaben etwa zur Größe des intelligenten Automaten hatte man rund ein halbes Jahr zuvor auf Französisch erhalten. Über den Sieg freuen sich die Jugendlichen: "Im Gegensatz zu anderen Teams brauchten wir während des Wettkampfs keine weiteren Programmierungen oder Umbauten vorzunehmen", so Andreas Müller, der das Projekt als Ausbilder im Bereich Elektronik der Firma Schunk ebenfalls begleitete. Gewinner sind die Jugendlichen allein schon durch die langjährige Kooperation des Unternehmens mit der Realschule: Die sechs ausgelosten "vorbildlichen Technikschüler", so Mößner, arbeiteten seit Anfang des Schuljahres freiwillig außerhalb des regulären Unterrichts mit den Schunk-Azubis zusammen. "Entsprechend unseres Leitbildes legen wir großen Wert auf Kooperationen nach außen", erläutert Schulleiter Horst Münzing und freut sich, dass die Schüler der ebenfalls kooperierenden Kaywaldschule ein Schachbrett in der Originalgröße von vier mal zwei Metern zu Übungszwecken angefertigt hatten. Münzing ergänzt: "Technik wird an unserer Realschule zur Integration in die Lebenswirklichkeit besonders gefördert und als Hauptfach gelehrt." Das Projekt sei im Rahmen des Bildungsplans äußerst wertvoll. Genauigkeit Viel gelernt haben die Schüler in der Schunk-Werkstatt: Nachdem die Auszubildenden alle Pläne entworfen hatten, wurde "James" mit Lego-Mindstorm-Komponenten und integrierten Bauteilen in Gruppenarbeit angefertigt. "Das Programmieren war die größte Herausforderung", erläutert Azubi Pascal Zenntner. Schließlich habe der Winkel der Bewegungen des batteriegetriebenen Roboters absolut korrekt sein müssen, um die volle Punktzahl zu erreichen. Voraussetzung für die Teilnahme waren außerdem eine Dokumentation sowie eine Power-Point-Präsentation, darüber hinaus wurde auch die Optik des Roboters bewertet. Das Projekt hat allen Beteiligten "großen Spaß" gemacht, nächstes Jahr will man wieder mitmachen: Denn nicht nur der Sieg hat motiviert, beeindruckt waren alle auch von der Herzlichkeit der gastgebenden Partnerstadt La Ferté-Bernard. |